Wer sich viel über Kryptowährungen informiert und regelmässig YouTube Videos zu dem Thema schaut wird schnell merken, dass es einige Blogger und YouTuber von ihnen gibt, die nur für Bitcoin sind. Meist noch ein wenig Ethereum, aber hauptsächlich Bitcoin. Denn Bitcoin ist das einzig neue Geld, alles andere sind Shitcoins ohne jeden Wert.

Und ja, damit haben sie sogar recht. Bitcoin ist das einzigste wirklich dezentrale Netzwerk das wir haben. Bitcoin ist das härteste Asset der Welt, so viel steht fest. Und 98% der Altcoins sind tatsächlich Müll ohne jeglichen Wert. Und ja, schaut man sich um, was gibt es denn an Dapps und Blockchain Anwendungen. Meist sind es doch Dexe’s um Token zu handeln. Irgendwelche Marketing getriebenen NFT Plattformen oder DAO’s.

Doch denken wir doch mal zurück an die 90er, Anfang 2000er. Wozu waren Website da? Lustige Bilder, Chatrooms und News.

Beispiel Internetseite 90er Jahre

Quelle Bild: https://www.langweiledich.net/die-anfaenge-des-internet-verschwinden/

Ich denke was wir hier derzeit erleben ist der Übergang in eine neue Welt der Digitalisierung, wie sie sich manche noch garnicht vorstellen können. Es mag ja sein, dass es derzeit keine vernünftigen Anwendungen gibt, die meisten Projekte nicht zentral sind und die meisten Anwendungen doch relativ gleich und sehr oft eher fragwürdig sind.

In diesem Post möchte ich deshalb darauf eingehen, wie ich die Welt in der Zukunft sehe. Welche Rolle Blockchains hier spielen und warum wir hier vor der Möglichkeit unseres Lebens stehen, wenn sich die Spreu vom Weizen trennt.

Unsere „eigene“ Identität

Wenn ich heutzutage ein Auto leasen möchte, habe ich mit unterschiedlichen Parteien zu tun. Zum einen natürlich der Autoverkäufer, der mich als Kunden führt. Wenn ich mich für ein Auto entscheide, fragt in der Regel der Verkäufer seine Bank ab, die in der Schweiz die ZEK und in Deutschland die Schufa abfragt.

Will der Verkäufer mein neues Auto gleich für mich anmelden, geht auch eine Anfrage an das Strassenverkehrsamt, die vielleicht auch die Führerscheinstelle abfragt ob ich überhaupt ein Auto fahren darf.

Das bedeutet in diesem einen Kauf sind mal mindestens 5 Parteien, die in diesen Vorgang involviert sind. Am Ende werden es deutlich mehr, denn eine Versicherung kommt ja auch noch dazu. Alle involvierten Parteien haben einen Satz an Daten über mich gespeichert. Alle diese Parteien müssen sich untereinander austauschen und ihre Daten vergleichen. Haben alle die gleiche Adresse, Ausweis ID etc. Und bei allen Parteien muss ich nachweisen, der zu sein um den es hier tatsächlich geht.

Ich möchte garnicht wissen wieviel Menschen hier in diesen Vorgang involviert sind, deren Aufgabe aus vergleichen und bestätigen besteht.

In der Welt wie ich sie mir vorstelle, wird die Blockchain allgegenwärtig sein. Alle involvierten Parteien werden Zugriff auf den gleichen Satz an Daten haben und sich darauf verlassen können, die richtigen Daten zu haben. Ich selbst werde die Bestätigung sein und ich selbst werde festlegen können (mehr oder weniger) welche Daten über mich abgefragt werden können. Klar, ganz freiwillig wird das nicht sein. Wenn ich bestimmte Daten nicht freigebe, werde ich sicher keinen Kredit bekommen.

Sämtliche Parteien werden keine eigene Infrastruktur mehr brauchen um meine Daten zu speichern und niemand wird mehr Mitarbeiter benötigen die Daten abgleichen und bestätigen.

Und so hart das jetzt auch klingen mag, mit jedem Smart Contract der ausgeführt wird, kommen wir dieser Realität näher.

Ein tolles Beispiel, wie bereits an der digitalen Identität gebaut wird ist das Kilt Protokoll. Gerüchten zufolge sind auch Microsoft und Google mit an Board um zukünftig Logins nicht mehr über Passwort, sondern über diese Tehnologie zu realisieren. Wer möchte kann sich hier über Kilt informieren:

Eine Welt aus Transaktionen

Wir haben uns eine Welt aufgebaut in der so ziemlich jeder Interaktion eine Transaktion folgt. Das trifft garnicht mehr nur zu wenn ich zum einkaufen gehe. Schalte ich eine Strassenlaterne an, liefert mir irgendjemand den Strom dafür und ein anderer zahlt die Rechnung. Das gleiche trifft bei einer Automatik Tür genauso zu wie bei einer Notrufsäule.

Jedes Auto das über eine Strasse rollt löst am Ende eine Transaktion aus, denn der Fahrbahnbelag muss alle X Autos erneuert werden.

In den Firmen werden sogar ganze Abteilungen damit beschäftigt, Transaktionen zu kontrollieren, zu dokumentieren und zu bestätigen. Das kann unfassbar mühsam sein. Jeder der schon einmal seine Tankquittungen zusammengesucht hat weiss wovon ich rede. Und am Ende werden weitere Menschen dafür bezahlt, die Dokumentation der Transaktionen zu prüfen bevor sie an das Finanzamt geschickt wird, wo man sie wieder prüft.

Auch das sind Aufgaben die in die Blockchain verschwinden werden. Es gibt dann noch einen Datensatz der alle Transaktionen speichert und jeder kann sich darauf verlassen, dass die Daten stimmen. Um den Datenschutz zu gewährleisten, können Technologien wie der Zero Knowledge Proof eingesetzt werden, der bekommt jeder beteiligte die Daten die er benötigt.

Bitcoin Adoption im Vergleich

Ist ist nicht leicht zu bestimmen, wann es denn dann soweit sein wird. Wann können wir damit rechnen ist die Adoption der Technologie soweit vorangeschritten dass man sich überhaupt Gedanken um solche Themen machen muss?

Jurrien Timmer ist Director of Global Macro bei Fidelity und hat sich Gedanken zu Adoption von Bitcoin gemacht und was das für den Preis bedeuten könnte. Ich ziehe hier mit Absicht Bitcoin als Beispiel heran, weil sich der Markt und die komplette Branche nunmal an Bitcoin orientieren. Es gibt nicht wenige die glauben, dass es alternative Blockchains überhaupt nicht mehr brauchen wird, wenn die Entwicklung des Lightning Netzwerkes weiter geht und irgendwann auch aufwendige Smart Contracts über Bitcoin möglich sind.

In seinem Beispiel vergleicht Jurrien die Adoptionskurven des Internets und des mobilen Telefons mit dem Stock to Flow Model. Was er richtig erkannte, wenn etwas keinen Wert hat, ist es vollkommen egal wie selten etwas ist. Das bedeutet wenn niemand Bitcoin verwendet, spielt es überhaupt keine Rolle das es nur 21 Millionen Coins gibt. Niemand würde diese kaufen.

Laut seinem Model sollte sich demnach der Preis von Bitcoin bis zum Jahr 2028 zwischen 70k und 577k bewegen und sich die Adoptionskurve langsam abflachen. Ich denke damit kann man in gewisser Weise auch die Adoption der Blockchain Technologie vergleichen.

Wobei ich persönlich glaube dass diese schneller gehen wird. Erstens weil wir nicht unbedingt gefragt werden müssen und zweitens, weil sich jeder leicht dran hängen kann, wenn diese Netzwerke erst einmal stehen.

Bei Bitcoin sehe ich das Szenario ein wenig…kritischer. Nicht nur weil es nicht fix ist dass sich Bitcoin tatsächlich irgendwann als hartes Geld etablieren wird, es wächst auch nicht so schnell wie das Internet. Zwar liegt das Stock to Flow Model leicht über der Adoptionskurve des Internet, aber Bitcoin selbst wächst deutlich langsamer. Das hat mit Sicherheit auch damit zu tun, dass es immer noch keine grossen Anwendungen in dem Bereich gibt. Auch bezahlen kann ich nicht überall mit Bitcoin.

Ich persönlich wäre froh, wenn es mehr Möglichkeiten gäbe mit $BTC zu bezahlen.

Allerdings kann ich hier auch die Händler und Dienstleister verstehen. In der Szene heisst es immer 1 Bitcoin ist immer 1 Bitcoin wert, aber für einen Händler macht es einen enormen Unterschied wenn er heute ein Auto im Wert von 40.000$ für 1 Bitcoin verkauft, der eine Woche später nur noch 30.000$ wert ist. Da macht der Ansatz von Jack Mallers durchaus Sinn, der das Bitcoin Netzwerk als Transport Layer nutzen möchte.

Wer das Video noch nicht gesehen hat, unbedingt anschauen!

tausende Transaktionen für ein paar Dollar

Das tolle ist, dass diese Transaktionen nicht teuer sein müssen. Klar, Ethereum zeigt uns täglich das Gegenteil mit seinen unfassbar hohen Transaktionskosten, aber viele Blockchain Projekte haben Ethereum bereits überholt und sind schneller wie auch deutlich günstiger.

Auch muss es hier keinen klaren Sieger geben. Die Blockchains können miteinander kommunizieren und jede Blockchain wird in der Lage sein, seine Stärken auszuspielen und die Stärken der anderen gleichzeitig zu nutzen.

Projekte wie Polkadot, Cosmos oder das Near Protokoll haben sich die Interoperabilität auf die Fahnen geschrieben und arbeiten hart daran, alle Blockchains dieser Welt zu vereinen. Aus meiner Sicht kann das nur gut sein, es wird niemals ein Projekt geben das alles kann. Oft fehlt es auch schlicht an Entwicklern für die jeweiligen Projekte. So haben viele Ethereum Entwickler Solidity gelernt und gehen auf die Sprache Rust um Anwendungen auf der Polkadot Chain zu entwickeln.

Durch die schnelle uns günstige Abwicklung von Transaktionen werden die Blockchains ins Zukunft zusammenarbeiten und sich dabei selbst finanzieren. Durch das Staking können Investoren und Node Betreiber eine schöne Rendite erzielen und das Netzwerk aus lange Sicht immer grösser und sicherer machen. Blockchains die keine Transaktionen und damit auch keine Rendite generieren, werden automatisch aus dem Markt gedrängt und werden verschwinden.

Das Blockchain Business ist freie Marktwirtschaft, kein planwirtschaftlich gelenkter Staatsbetrieb.

Staatlich…oder lieber nicht!?

Stellt sich noch die Frage nach der Zuständigkeit. Wer soll all diese Blockchains betreiben die unsere Daten beherbergen, Transaktionen bestätigen und unsere Identität verwalten. Fakt ist, derzeit geben sich viele westliche Staaten grosse Mühe an Daten und Informationen ihrer Bürger zu kommen. Vom grünen Pass, über das Vermögensregister bis zum derzeit laufenden Zensus ist hier einiges aufgeboten wurden.

Aber wollen wir das? Wollen wir einer kleinen (sie nennen sich gern Elite) Gruppe Leuten erlauben über unsere Daten zu herrschen? Uns aufgrund unseres Verhaltens zu analysieren, einzuteilen und zu beurteilen?

Ich für meinen Teil muss sagen, nein. Wäre die politische Lage eine andere und wir hätten richtige Politiker an der Macht, die ihren Erfolg daran messen ob es der Bevölkerung mit ihren Entscheidungen besser geht oder nicht, wäre das vielleicht eine andere Sache. Aber was wir derzeit sehen, sind austauschbare Gestalten die ideologisiert die Agenda eines anderen zu verfolgen scheinen. Geschichtlich betrachtet war es noch nie eine gute Idee, diesen Leuten immer mehr Macht zu geben. Egal wie wohlklingend und erstrebenswert ihre Ziele auch sein mögen.

Dezentrale Lösungen für alle in der Gesellschaft

Diese Netzwerke sollten sich meiner Meinung nach dezentral bilden und meiner Meinung nach bräuchte es auch Politiker, die der Gesellschaft dabei helfen diese Netzwerke zu verstehen und aufzubauen. Für den Staat gäbe es keinen Grund die Kontrolle über diese Netzwerke zu besitzen, bei jeder Transaktion kann ein Teil als Steuer abgeführt werden, mit einer Blockchain wäre das überhaupt kein Problem.

Es würde auch keinen Sinn machen, würde ein grosser Anbieter diese Netzwerke betreiben, da er diese immer versuchen würde profitabler zu machen. Sie sollen allerdings nicht profitabel sein! Sie sollen den Menschen dienen. Sie sollen das Leben der Menschen einfacher und sicherer machen und sich ganz selbstverständlich in unser Leben integrieren, nicht sich aufdrängen.

Genauso wichtig ist es, die eigene Identität dezentral zu bewahren. Ein Staat kann die Daten haben die er braucht, aber Informationen wie den eigenen Besitz, das Wahlverhalten oder tägliche Routinen, da hat sich ein Staat herauszuhalten. Kein Staat, der sich demokratisch nennt, sollte seine Bürger ausspionieren.

Quelle: https://www.inventati.org/ali/pictures/2011/sonstso/zensus/volkszaehlungsboykott.png

Futures ohne Delivery

Zum Schluss möchte ich noch auf einen der vielen Stolpersteine aufmerksam machen die deutlich aufzeigen, dass bei den Kryptowährungen tatsächlich mit zweierlei Mass gemessen wird. Wer sich bereits mit den Future Märkten beschäftigt hat, der weiss dass es hier eine Besonderheit gibt.

Egal was ich handle, ob Schweinebäuche, Orangensaft, Holz, Kaffee oder Öl, bei den Futures habe ich ein Delivery Date. Das kann mir als Trader auf die Füsse fallen wenn ich meine Position nicht in die nächste Periode schiebe. Dann wird die Lieferung tatsächlich fällig.

2020 wurde der Ölpreis für den auslaufenden Kontrakt negativ. Das lag daran, dass die Tanker im Hafen lagen, aber es keinerlei Kapazitäten gab dieses Öl abzuladen und zu lagern. Die Lager waren voll. Niemand konnte das Öl abnehmen. Und deswegen wurde der Preis an diesem Abend tatsächlich negativ. Was bedeutet hätte, dass der Kapitän des Tankers die Lager hätte bezahlen müssen, damit diese ihm das Öl abnehmen. Verrückte Welt.

Die Besonderheit beim Futures Handel mit Bitcoin und Ethereum ist, diese haben kein Delivery. Es handelt sich hier um die einzigsten Futuremärkte, die keine Lieferung zur Folge haben. Die Wall Street handelt diese beiden Währungen komplett mit Luft.

Und wenn ich ehrlich bin, ich werde es bis heute nicht verstehen wie man es zulassen konnte, die Entwicklung an diesen „Luftmärkten“ mit in den Preis einfliessen zu lassen.

Meiner Meinung nach ist das der einzigste Grund, warum wir derzeit der Preis von Bitcoin fällt. Nicht weil die Hodler in Scharen ihre Bitcoin verkaufen. Nein, grosse Player können die Preise von $BTC und $ETH bewegen, ohne die Coins tatsächlich zu besitzen.

AMC und Gamestop haben das bereits kritisiert und darauf aufmerksam gemacht dass es eigentlich nicht sein kann, dass z.B. bei Gamestop 130% der Aktien geshortet waren. Das ist aus meiner Sicht tatsächlich ein Unding! Und auch hier wird uns die Blockchain Technologie helfen können. Aktien müssen tokenisiert und dezentral gehandelt werden.

Die FED hat mit ihren Massnahmen derart viel Geld in die Hände der grossen Vermögensverwalter gespült, dass diese die Preise beeinflussen können wie es ihnen gerade passt. Egal auf welchem Markt und egal bei welchem Asset. Und wenn es sich nicht freiwillig fügt, setzt man ein ungedeckten ETF auf und macht es darüber. Das ist ein derart undemokratisches und falsches Vorgehen das einem hier schlicht die Worte fehlen. Es liegt an uns das wieder zu ändern. Es liegt an uns, uns für Dezentralität zu entscheiden und die Macht wieder an die Märkte zu geben.

Wir werden sonst nie wieder freie Märkte bekommen.

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